Bist Du bereit für das Beraterleben?

Kürzlich durfte ich an einer großen Kölner Messe teilnehmen, um mit der Personalabteilung neue Kollegen für unsere Unternehmensberatung zu suchen. Spannend, lustig und etwas anstrengend!

Als Vorbereitung darauf habe ich mich gefragt, was Bewerber wohl generell mitbringen müssen, um im Beraterleben zu bestehen. Dabei sind mir drei Dinge eingefallen, nach denen ich im Anschluss auf der Messe Ausschau gehalten habe:

Sozialkompetenz und Verkaufs- bzw. Präsentationsfähigkeiten

Der berühmte erste Eindruck: Wer einen guten Gesprächseinstieg findet und sich selbst vermarkten kann, der hat die erste große Hürde eigentlich schon genommen.

Nun denkst du vielleicht, dass das doch recht einfach klingt und ja fast jeder erfüllt. Leider gab es trotzdem Interessenten, die auf dieser Jobmesse ihre Mama im Schlepptau hatten! Und den Gesprächspartner während dem Gespräch anzusehen und ihn dabei auch mal zu Wort kommen zu lassen, war auch nicht immer drin.

Ein Beispiel: Auf mein “Hallo” oder “Kann ich Ihnen weiterhelfen?” wäre “Ja, ich bin bald auf der Suche nach einem Job und finde Ihr Unternehmen interessant. Was möchten Sie gerne über mich wissen?” wahrscheinlich die beste Antwort. Stattdessen bekam ich manchmal den gesamten Lebenslauf in Prosaform zu hören. Oder nur die Frage “Ja, was bieten Sie denn an?”. Nicht gerade die beste Frage, für ein erstes Vorstellungsgespräch.

Nun gab es trotz der Beispiel viele Standbesucher, die das sehr leicht meisterten. Aber hier trennte sich tatsächlich die Spreu vom Weizen!

Lernfähigkeit und Reisebereitschaft

Für mich gehört das permanente, intensive Lernen zur Beratertätigkeit absolut dazu. Nur dann ist es auch möglich Kunden helfen zu können. Die obligatorische Reisebereitschaft gehört damit auch dazu, denn manche Hilfe lässt sich eben nur vor Ort leisten.

Die Lernfähigkeit hatten tatsächlich die meisten Kandidaten mit ihrem Studienabschluss schon gut unter Beweis gestellt. Ob die Bereitschaft in Zukunft auch vorhanden ist, lernen zu wollen und an größeren Widerständen zu wachsen, das konnte ich in einem kurzen Gespräch am Stand nur schwer ermitteln.

Allerdings ist die Reisebereitschaft für viele Leute tatsächlich der Knackpunkt schlechthin! Unter der Woche jeden Abend im Hotel, weit weg vom Partner, das ist nicht für jeden was. Und dann sind noch einige Leute der Illusion verfallen, dass Geschäftsreisen Urlaubsreisen sind. Bitte macht nicht denselben Fehler, denn die Illusion korrigiert sich meistens erst im Job selbst. Und das ist dann unschön für beide Seiten, Mitarbeiter und Firma.

Gott sei Dank kamen bei dieser Messe viele Kandidaten auf uns zu, die Lernfähigkeit und Reisebereitschaft im Gepäck hatten.

Motivation zu Beraten

Schlussendlich muss der Wille rüberkommen, anderen Menschen zu helfen, um einen Mehrwert zu schaffen.

Ja, Unternehmensberatungen bieten in der Regel ein sehr ordentliches Gehalt, inklusive Dienstwagen und anderen Annehmlichkeiten. Allerdings glaube ich, wer alleine die Vergütung im Blick hat, der blickt zu kurz.

Um in dem Beruf des Beraters langfristig nicht nur bestehen zu können, sondern erfolgreich zu werden, braucht es die Leidenschaft zu beraten. Sich ein Thema anzueignen, eine Lösung in dem Bereich zu entwickeln, das Ganze Kunden vorzustellen und zu vermitteln. Das ist Beratung für mich.

Alan Weiss, einer der bekanntesten amerikanischen Berater, hat Beratung so für sich definiert:

Consultants help improve the client’s condition by providing ideas, advice, intellectual property, best practices, proprietary approaches, unique behavior and other interventions. Consultants are not another pair of hands. They are a new brain.

Dabei ist es genauso wichtig, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten, wie das über Ideen, geistiges Eigentum, etc. zu leisten und nicht über reine Zeitarbeit.

Das ist alles?

Was ist mit Kenntnissen in Betriebswirtschaft, Technik, Sprachen? Ist das alles unwichtig? – Natürlich nicht! Grundlegende Fähigkeiten in den Bereichen sind wünschenswert und am besten auch Fähigkeiten in einem absoluten Spezialgebiet. Aber ich persönlich denke, dass Du eine Lücke in irgendeinem Fachbereich mit Lernfähigkeit und Motivation wieder wettmachen kannst.

Wie steht es jetzt um Dich? Kannst Du an all diese Kriterien einen Haken machen? Dann schon mal Herzlichen Glückwunsch! Und falls Du noch keinen Job in der Beraterbranche haben solltest: Hol ihn Dir!


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Mitte 20, aus dem Rheinland und seit einigen Jahren Unternehmensberater. Privat bin ich gerne an Kickertischen oder Kletterwänden unterwegs. Dazu begeistert mich alles, was mit Technik oder Unternehmertum zu tun hat.

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