Beraterblogs, Marketing, Positionierung

Kein Jahresrückblick

Kein Jahresrückblick

Ganz bewusst habe ich mich dagegen entschieden. Eigentlich schon immer. Und hierbei soweiso: Ich schreibe nicht auch noch einen Jahresrückblick. Wenn sich die meisten Blogger und Podcaster dazu entscheiden, Jahresrückblicke und Ziele für das kommende Jahr veröffentlichen: Wen interessiert das dann noch?

Stattdessen bekommst Du einen Rückblick über die Highlights der anderen Berater-Blogger und -Podcaster. Und eine Ankündigung: Ich werde hier 2019 noch radikaler meine Meinung kundtun und mehr Akzente setzen, als ich das bisher getan habe. Viel Vergnügen beim Lesen!

Neu im letzten Jahr

Im Sommer sind Florian Hollender und sein ehemaliger Kollege Christoph Mayer mit einem Podcast an den Start gegangen. TSL heißt der und steht für “Tech, Startup and Life“. Auch wenn das Thema Beratung an sich nicht immer im Mittelpunkt steht, lohnt es sich mal reinzuhören. Gerade weil hier zwei Berater im Zwiegespräch sind, werden ihre Sicht- und Denkweisen aus der Beratung immer wieder präsent.

Auch ein neues Format letztes Jahr: “In. Up! Out?” mit Moritz Neuhaus. Und zwar auf Youtube, iTunes und Spotify. Er nimmt einzelne Themen aus der Beratung auf Video auf oder holt sich interessante Berater-Kollegen ins Interview. So z.B. einen ehemaligen McKinsey-Berater, der sehr viel von seiner Erfahrung in der Beratung teilt. Bisher hat mir das viel Spaß gemacht anzugucken.

Weiterhin hat Christopher Schulz ein Angebot an alle Berater gemacht. Er hat all die Vorlagen, die er in seinen Büchern* bisher beschrieben hat, in einem Online-Angebot mit passenden Vorlagen veröffentlicht. Wenn Du ein extrem gut strukturiertes Set an Vorlagen suchst, dann ist der “Consulting Methodenkoffer” sicher ein Besuch wert.

Und Udo Jürgens, pardon, Giso Weyand ist von der Blogger-Bühne abgetreten. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Wer sich in seinen Newsletter einträgt, bekommt in Zukunft seine Impulse in einem hübsch aufbereiteten Magazin. Ich freu’ mich darauf!

Leider auch passiert

Hast Du im vergangenen Jahr Videos oder Anzeigen bekommen, die in etwa so lauteten?

“Als Coach SOFORT höhere Preise abrufen?!”
“10X mehr Umsätze als Coach & Berater erzielen?!”
“Er verdient 1.200.000 Euro und schenkt mir eine Rolex”
“6-stellige Monatsumsätze als Coach generieren”
“Wie du 5-stellig durch Chatten verdienst als Coach, Berater oder Experte”

Willkommen im Shoppingkanal der Online-Coaches! Und hast Du auch schon darauf geklickt? In der Hoffnung auf das große Geld?

Das Online-Marketing hat in den letzten Jahren ein paar echt komische Entwicklungen genommen. Dabei stehen die Titel oben nur als bekannteres Beispiel für viele andere Online-Marketer. Diese werben so oder so ähnlich für ihre eigenen hochpreisigen Seminare und Coachings. Damit Du endlich auch ein Hochpreis-Coach wirst. Am besten ganz ohne Vorbildung. Yes!

Weil ich weder die Coaching-Programme, noch die Online-Marketer dahinter kenne, kann und will ich das inhaltlich gar nicht bewerten. Allerdings finde ich schade, dass:

  1. Davon gesprochen wird, dass keine Coaching-Erfahrung notwendig ist. Das verwässert in meinen Augen den Begriff Coach sehr stark. Und es verärgert diejenigen, die eine jahrelange Coaching-Ausbildung hinter sich haben, um Menschen bei wirklich großen Problemen zu helfen. Denn so wird es potentiellen Kunden noch schwerer fallen, zwischen passenden Dienstleistern auszuwählen.
  2. Der Fokus hauptsächlich auf den Euros liegt. Das funktioniert auch für den schnellen Klick auf die Videos. Nur wen lockt das an? Möchtest Du selbst einen Dienstleister, dessen einziges Ziel es ist, mehr Geld zu “machen”?

Was kann die Berater-Welt daraus mitnehmen? Die Kombination aus extrem spitzer Positionierung, potentiellen Kunden immer wieder nach ihren Problemen fragen und daraus eine Art Programm entwickeln, funktioniert auch über das Internet sehr gut. Eigentlich sogar noch besser, weil z.B. auf Facebook die Zielgruppen sehr spezifisch eingestellt werden können.

Nur für die Geschäftskunden-Welt und Großprojekte funktioniert das in meinen Augen nicht. Denn dem CIO von Daimler oder dem Einkaufsleiter von der Allianz kann ich nicht so einfach über Facebook-Werbung mein Beratungsangebot zukommen lassen. Hier sind andere Wege gefragt. Welche, das zeigen aus meiner Sicht Matthias Kolbusa oder Giso Weyand am besten.


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