Warum höhere Ziele wichtig sind

Im Judo wird oft eine “Hechtrolle” im Training geübt. Das sieht so aus: Es werden einige Kästen übereinander gestapelt und dann gilt es mit viel Anlauf eine Rolle über das Hindernis zu springen.

Was hat das nun mit Zielen zu tun? Wenn Du vor dem Sprung den obersten Kasten anvisierst, um darüber zu springen, dann landest Du genau da: Am obersten Kasten!

Wenn Du aber auf den Basketballkorb am Ende der Halle zielst, dann gelingt Dir der Sprung über die Kästen. Er ist zwar viel höher und viel weiter weg als der oberste Kasten (und Du wirst nie darin landen), doch etwas Höheres an zu visieren macht den Sprung erst erfolgreich.

Höhere Ziele geben Dir Motivation

Aus demselben Grund gibt es viele Studenten, die in den letzten Semestern Motivationsprobleme haben. Mir ging das genauso: Obwohl ich bereits im fünften Semester war, haderte ich plötzlich damit das Studium auch zu Ende zu bringen. “Wozu das Ganze?” fragte ich mich. “Ich brauch doch später eh nur einen Bruchteil davon.”

Die ursprüngliche Motivation, mit der ich das Studium begonnen hatte, hatte sich während der Zeit an der Uni in Luft aufgelöst. Und die letzten Prüfungen zu bestehen reichten als Ziel alleine nicht wirklich aus. Erst als ich mir relativ konkret ausmalte, was ich nach dem Studium tun wollte, hatte ich wieder genug Antrieb um es einfach durchzuziehen.

Dasselbe Problem kann Dir allerdings auch im Berufsleben begegnen. Du arbeitest ein paar Jahre in einem Unternehmen und verstehst irgendwann nicht mehr, warum Deine Arbeit dort einen Sinn macht. Und nun?

Ein Fixstern hilft zur Orientierung

Es gibt einen Unterschied zwischen größeren und höheren Zielen: Größere Ziele sind einfach nur ein paar Nummern größer als das jetzige. Also anstatt zwei Projekte sollen es zehn Projekte sein, oder anstatt zwei Vorträge auf kleineren Bühnen stellst Du Dir zwei Vorträge vor großem Publikum vor.

Ein höheres Ziel ist da ein wenig anders. Du kannst es auch Vision nennen und es beschreibt eine übergeordnete, meist verlaufsoffene Idee. Ein Beispiel dafür wäre:

Ich möchte den Menschen durch Software einen Mehrwert bieten.

Es wäre dabei egal, ob Du Dich als Software-Entwickler, -Berater, -Trainer oder -Verkäufer für Deine Idee ins Zeug legst. Aber es ist das Leitmotiv und wann immer Du Dich fragst, wofür Du eigentlich aufstehst, kann das die Antwort auf Dein Tun sein.

Wie Du mit Deinen Zielen umgehen kannst

Was kannst Du nun praktisch tun? Falls Dir die Vision nicht bewusst sein sollte, dann gibt es eine Methode sie herauszufinden: Steven Covey schlägt in seinem Buch “Die 7 Wege zur Effektivität“* vor, eine Grabrede zu schreiben. Was sollen Deine Kollegen, Freunde, Familie und Partner nach Deinem Tod über Dich sagen können?

Wenn Du Dein Leben vom Ende her betrachtest, dann wird Dir bewusster, was oder wem Du Dich wirklich widmen magst. Deswegen nannte Steve Jobs in seiner Stanford Rede den Tod auch “the single best invention of life”.

Sobald Du darüber Klarheit hast, lohnt es sich Ziele zu setzen, die auf Deine Vision einzahlen. Die folgenden drei Methoden helfen Dir, diese Ziele dann besser umzusetzen:

  1. Täglich mit den Zielen beschäftigen:
    Es gibt ein kleines schwarzes Büchlein, in das ich jeden Tag stupide meine Ziele reinschreibe (inkl. dem wichtigsten Tagesziel). Das erinnert mein Unterbewusstsein an diese Ziele und ich beschäftige mich mit ihnen. Ich denke dadurch also automatisch häufiger darüber nach, wie ich sie erreichen kann.
  2. In regelmäßigen Abständen hinterfragen:
    Die letzten Jahre habe ich an meinem Geburtstag meistens Urlaub gemacht. Das hat mir die Gelegenheit gegeben, meine Ziele einmal in Ruhe zu hinterfragen und zu überlegen, ob es die passenden Ziele für mich sind. Was kann ich z.B. weniger tun, um anderes besser tun zu können (getreu dem Motto “Schneiden und Wachsen“)? Das klappt unabhängig von Neujahr und dem üblichen Geschwätz von Vorsätzen sogar erstaunlich gut.
  3. Ziele öffentlich machen oder gar nicht mitteilen:
    Du kannst für viele Deiner Vorhaben aus Deinem Umfeld Zweifel oder sogar Kritik ernten. Deswegen gibt es zwei Möglichkeiten für Dich damit umzugehen: Wenn Du jemand bist, der bei Kritik in die “jetzt erst Recht”-Haltung geht und dadurch Vollgas gibt, dann wird es sich definitiv lohnen Deine Ziele öffentlich zu machen. Ist das Gegenteil der Fall und Du fühlst Dich eher demotiviert, dann lohnt es sich heimlich loszulegen und erst darüber zu sprechen, sobald erste Resultate da sind.

Wie gehst Du mit Deinen Zielen um? Und machst Du sie sogar im Internet öffentlich?


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Ende 20, aus dem Rheinland und seit einigen Jahren Unternehmensberater. Privat bin ich gerne an Kickertischen oder Kletterwänden unterwegs. Dazu begeistert mich alles, was mit Technik oder Unternehmertum zu tun hat.

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